#Newsflash Februar 2013

Es rumpelt ganz gewaltig in der halbwegs schönen, nicht mehr ganz neuen Ebook-Welt und einen wirklich kurzen Überblick für alle, die nicht viel lesen wollen aber trotzdem gern mitreden gibt’s hier:

  • Die Marktforscher bei Mediacontrol haben den Hobbit-Effekt endlich auch für die Buchbranche belegen können! Sie haben ermittelt, dass das winzige Segment “eBooks” trotz des noch sehr überschaubaren Marktanteils (2% in Deutschland, 12,3 Millionen verkaufte eBooks*) zur Rettung von Mittelerde, verzeiht, zur Rettung des Buchmarktes in ganz erstaunlichem Maße beizutragen im Stande ist. Die Verdoppelung der mit bezahlten Downloads umgesetzten Goldmünzen fängt eine leicht negative Bilanz im Bereich “Print” auf und so kann der Gesamtmarkt ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnen. Bravo!In Frankreich zum Beispiel kräpelt der eBook-Markt weiterhin mit traurigen 0,6%Buchmarktanteil vor sich hin und die Durchschnittspreise der eBooks sinken weiterhin – ob das an den Lesegewohnheiten oder an den mannigfaltigen alternativen Beschaffungswegen der Franzosen liegt, sagt die Studie nicht.
  • Während bei uns der Mehrwertsteuersatz für eBooks stolze 19% statt der kulturpolitisch als notwendig erachteten 7% für’s gedruckte Buch beträgt, haben die Franzosen und die Luxemburger im Sinne der Gleichberechtigung (sind die ja sonst nicht so die Vorreiter) schon seit Jahren einen ermäßigten Steuersatz auch für’s Digitale. Damit soll jetzt Schluss sein und nachdem Unterlassungsforderungen der Brüsseler Kommission über Jahre hinweg ignoriert worden sind, folgt nun eine kaum mehr missinterpretierbare Kampfansage in Form einer Klage. Der Europäische Gerichtshof soll entscheiden, ob oder ob nicht das Buch und das eBuch irgendwie das Gleiche sind, beziehungsweise, ob oder ob nicht man sie dann auch gleich behandeln, sprich, besteuern muss.  Hintergrund: Weil bei einem Download der Mehrwertsteuersatz des Landes zugrunde gelegt wird, in dem der Shop seinen Sitz hat, betreiben die großen eBookanbieter Amazon, Apple, Sony und Kobo ihr Europageschäft von Luxemburg aus und zahlen deshalb aktuell nur 3% MwSt – statt der 19% eines in Deutschland aktiven Händlers. Wir überlegen nicht lange und mieten einen Briefkasten im Outback.
  • Der Trend geht zum Zweit-Reader! Die Zeit der Technik-affinen Early Adopter ist vorbei und mittlerweile gehören Tablets oder Lesegeräte in jeden gut sortierten Haushalt. Soweit, so gut, doch die Anforderungen an Plattformen und Shops, die das mit sich bringt, werden damit nahezu stündlich komplexer! Mit der Zahl der Device-Teiler (in Familien bspw.) und der Multi-Device-Nutzer steigt auch der Bedarf an gut ausgebauten Einkaufs- und Leseumgebungen, die wie ein funktionierendes Ökosystem auf klimatische Veränderungen reagiert. Apps und Shops, Endgeräte und Formate, DRM und Open Access müssen unter einen Hut und wer das nicht mit “smarten Sync-Optionen für Dateien, Lesefortschritt und Anmerkungen” kombiniert kriegt, der baut am Kunden vorbei. Kabel, USB-Sticks, Datentransfer mittels physischer Konnektivität? Pfui Spinne. Amazon und Kobo sind da derzeit zwar meilenweit voraus (und wiegen damit viel vom Nachteil geschlossener Systeme wieder auf), aber wir launchen ja im März unsere neue Plattform und dann sehen wir mal :)
Dies für heute, stay tuned.

*Grundlage der Auswertung sind regelmäßige, repräsentative Konsumentenbefragungen, nicht Absatzzahlen. Hm.

Icon Share Share