Die Buchmesse Frankfurt 2012 – Alles, was zählt.
Buchmesse in einem Wort: Erfolg.
Das alles beherrschende Thema war (erwartungsgemäß) “Lending-Models im digitalen Buchmarkt” – Flatrates für eBooks, um es etwas weniger hölzern zu betiteln denn vom Holz wollen wir ja weg. Mit mächtig Holz vor der Hütte konnten wir uns auf diversen Podiumsdiskussionen zum Thema präsentieren und auf einmal ging alles ziemlich schnell: während wir noch direkt vor der Messe in schwierigen Verhandlungen mit vielen tollen Verlagen steckten (“Wir wollen sehr gerne mit Ihnen arbeiten, aber Flatrate? Da machen wir doch Verluste, da kannibalischeren wir doch unsere Buchverkäufe!”) und es für einen baldigen Launch unserer neuen Plattform mit der einmal-bezahlen-alles-lesen, oder all you can read, eher mau aussah, brachte die Messe den Durchbruch. Und das kam so:
Auch wenn wir gern behauten würden, wir hätten’s erfunden und alle hätten mitgemacht, haben wir vom Markteintritt des GigAnten profitiert – the big A Amazon hat auf der Messe seine Einkäufer ausschwärmen lassen und bei den großen, den schönen, den wichtigen Verlagen mal nachgefragt, wie es denn so aussieht mit “Mietrechten” – also Rechten zum “Verleihen” von eBooks: Flatrate! Durch diesen Kniff (Mieten statt Kaufen) umgeht der digitale Handel die Buchpreisbindung und kann Abrechnungsmodelle anbieten, die dem schon sehr nah kommen, was wir mit PaperC schaffen wollen: Pay as you read, die Königin unter den Flatrates!
Warum ist das ganze so wichtig, warum machen wir das, was treibt Amazon? Ganz einfach: der illegale Markt für digitalen Content boomt. Wie Pilze sprießen Filesharing-Plattformen mit mehreren 100.000 Titeln in bester Qualität aus dem feuchten Herbstboden und die einzigen, die dran verdienen (und zwar im zweistelligen Milliardenbereich) sind Google und die windigen Plattformbetreiber irgendwo in der Karibik: Traffic stimmt, Werbung drauf (am besten noch von den Verlagen, die es betrifft um dem Hohn die Krönung aufzusetzen) und der Rubel rollt. Aber nicht, weil das Internet der Hort des Bösen, die Brutstätte der Kriminalität ist, NEIN – weil das Angebot nicht stimmt, das offizielle, das legale – und weil obenauf auch noch Convenience, UXP und Community zu wünschen übrig lassen. Dafür gibt’s keinen Blumentopf, damit verdient keiner Geld (in Deutschland) und deshalb war auf der Buchmesse Frankfurt 2012 plötzlich klar: wenn wir uns jetzt nicht um digitale Alternativen bemühen, ist der Zug abgefahren. Viele wollen bei uns an Bord gehen und dafür: Danke!
- erwerbt ihr vorlesungsbegleitenden Pflichtlektüren immer käuflich 95% der Studenten sagen “Nein”
- sind Lehrbücher zu teuer? 88% der Studenten finden “Ja” (Wie wir seit Jahren wissen, benötigt knapp die Hälfte der Studenten meist oder oft nur einige Kapitel – und ist entsprechend nicht bereit, für das Buch den vollen Preis zu bezahlen.
- Ein Ergebnis, das sich auch mit unseren Erfahrungen deckt: Bei Standardwerken werden maximal 35% des Buches gelesen.
- 25,3% der Studenten, die ein Lehrbuch kaufen, besorgt sich ein gebrauchtes Lehrbuch; weitere 28,6% über andere Kanäle. Nur 46% kaufen das Lehrbuch neu.
- Noch entscheiden sich 64,5% der deutschen Studenten für die Printversion, doch bereits 35,4% bevorzugen das E-Book. Noch im letzten Jahr waren das keine 10.

Bookboon versucht, sein neues Geschäftsmodell in Deutschland zu etablieren: Studenten erhalten die E-Books des Verlags kostenlos – finanziert werden die Titel über Anzeigen. Das kann sich lohnen aber Sinn macht es nur, wenn nicht jeder Verlag seine eigene Plattform bastelt, sondern alle an einem Strang ziehen. Gerne mit uns :)