Selfpublisher Bookrix wird spannender // Auch als Modell auch für die Wissenschaft?

 

Jüngst stolperte ich über die Bookrix PM zur Frankfurter Buchmesse:
Self-Publishing-Plattform BookRix.de launcht kostenlose eBook-Distribution
Dort liest man: Die Self-Publishing-Plattform www.BookRix.de [...] streicht sämtliche bisher anfallenden Gebühren für seine eBook-Vertriebs-Services. Das bedeutet, dass Autoren ab Oktober absolut kostenfrei eigene eBooks veröffentlichen und in den wichtigsten eBook-Stores wie Amazon, Apple iBookstore, Thalia etc. anbieten und verkaufen können.„Wir haben erkannt, dass Autoren kostenlosen und unkomplizierten Zugang zu den Online-Stores brauchen, um einen freien eBook-Markt mitgestalten zu können“, sagt Gunnar Siewert, CEO und Mitgründer des Unternehmens.  „Wir wollen die Bücher der Autoren und nicht ihr Geld“, so Siewert weiter. Dementsprechend wird das Unternehmen auch allen Autoren, die bereits kostenpflichtig ein eBook via BookRix veröffentlicht haben, die gezahlten Gebühren vollständig zurückerstatten.Über die Aussage “Wir wollen die Bücher der Autoren und nicht ihr Geld” wird nach meiner kleinen Google-Recherche, wie denn BookRix finanziert ist, heftig gestritten und inhaltlich sehr gut informiert diskutiert, doch das ist nicht das eigentliche Thema. (Zumal vergleichbare Dienste wie Smashwords als Distributionspartner schon ewig keine Gebühren nehmen und die “wegweisende Innovation” nicht so wahnsinnig innovativ ist).

Für uns ist viel spannender, wie schnell sich im Bereich digitales Publizieren die Community der Indie-Autoren (Belletristik) vom jahrhundertealten Modell:

Autor –>Verlag –> Vertrieb –> Verkauf verabschiedet haben. Während es noch vor ganz wenigen Jahren ein absolutes Muss für Außenwahrnehmung und Ego war, “beim Verlag untergekommen zu sein” werden heute viele Millionen digitale und auch Printbücher verkauft, die nie ein traditionelles Verlagslektorat* gesehen haben, die keine Herstellungsabteilung und keine Vertretersitzung gesehen haben und diese auch nicht brauchten – selbst wenn man in vielerlei Hinsicht zum Leidwesen der Indies nicht das gleiche Maß an Qualität erwarten kann.

Dennoch greift der rasante und, wie ich glaube, nachhaltige Wandel bei den Belletristen und auch Sachbuchautoren, in der Reiseliteratur und in der bloggenden Welt immer schneller auch auf das wissenschaftliche Publizieren über. Viele der früher wesentlichen Aufgaben des Verlages übernehmen Autoren, Community und reichweitenstarke Plattform heute selber, die Herstellung eines eBooks auch für mobile Geräte ist einfach denn je – Fachbuch mit Tabellen etc. natürlich viel schwieriger als Fließtext im Roman, von enhanced eBooks gar nicht zu reden, aber wir reden auch von einer Technik, die keine zwei Jahre alt ist..

Die Verlagsbranche wandelt sich zur Servicebranche, immer mehr Bücher, nahezu gleichbleibende Leserschaft bedeutet weniger Leser pro Buch und das bedeutet wiederum die Notwendigkeit schlankerer Herstellungs- und Vertriebsprozesse, eine zentrale Abbildung und Abrechnung der Bücher – alles Fragen, die man sich vor zehn Jahren erst zu stellen begann und heute schon erstaunlich viele Antworten weiß. Das Modell BookRix, (ein Upload, viele Plattformen) macht Sinn und seine Adaption für den wissenschaftlichen Bereich, in dem viele Autoren mit den Verlagskonditionen unzufrieden sind, wird gerade an vielen, auch hochangebundenen Stellen diskutiert und nach der Buchmesse wird es dazu richtig viel spannende News geben. Wir sind auf etliche Podien eingeladen worden und hoffen, dass gerade im Bereich digitale Wissenschaft wir eine wichtige Rolle übernehmen können. Go for Gold.

 

*Zur Nachvollziehbarmachung der Änderung siehe ersten Comment.

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