Wie eine API PaperC mit den Universitäts-Bibliotheken des Landes verbindet und was 110.000 PaperC-User davon haben

Was ist überhaupt der/die/das API?

Nun, zum einen die Abkürzung für Adaptive Planungintelligenz, zum anderen und für unsere Betrachtungen wesentlicher steht API auch für Application Programming Interface, also das Interface, aber für die Programmierschnittstelle. Sie erlaubt einem Programm den Zugriff auf verschiedene Ressourcen eines anderen Softwaresystems. APIs taugen zum Beispiel dazu, die Social Pugins von Facebook in die eigene Website einzubinden und Besuchern zu zeigen, warum sie unbedingt auch Fan werden müssen – nämlich weil Ihre Freunde es bereits sind! 

Das wirkt zum einen Dank latenten Sozialdrucks aka Gruppenzwang, symbolisiert zum anderen “Vertrau mir, ich bin sicher, zuverlässig, hip und liebenswert”*

Leute wie Stevie, die sich mit APIs richtig auskennen, können aber nicht nur drag-droppig irgendwelche fertigen Bausteine in ihre Webpräsenzen einbauen, sondern zum Beispiel Google+ schon mal vorsorglich aufsägen.. also bevor Google das selber im September so richtig offiziell wollte.

Was kann man mit einer API alles anstellen?

Zum Beispiel könnte ich, nicht, dass der jemanden interessieren würde, aber einer muss herhalten, hier im Blog meinen Social Graph aus facebook abbilden, indem ich diese API: https://graph.facebook.com/ über meine persönliche ID ansteure: https://graph.facebook.com/katja.splichal und dadurch folgenden Ausgabecode erhalte:

{
   "id": "100000483112440",
   "name": "Katja Splichal",
   "first_name": "Katja",
   "last_name": "Splichal",
   "link": "http://www.facebook.com/katja.splichal",
   "username": "katja.splichal",
   "gender": "female",
   "locale": "en_US"
}

Mit der URL-Struktur https://graph.facebook.com/ID/CONNECTION_TYPE

kann ich dann Beziehungen zwischen allen Objekten in meinem Dunstkreis herstellen und abbilden, Freunde, News feed, Profile feed (Wall), Likes, Notes, Fotoalben, Gruppen, Events etc. pepe.

Die ersten hundert Freunde würden zum Beispiel so ausgegeben werden

{
   "data": [
      {
         "name": "Christoph Harnoth",
         "id": "13000621"
      },
      {
         "name": "Grin Verlag",
         "id": "500953107"
      },
      {
         "name": "Philip Tomlinson",
         "id": "502907565"
      },
      {
         "name": "Pedro Martinelli",
         "id": "508036503"
      },

und weils eine API ist, die Facebook da bereitstellt, kann ich mit dem Code dann so ziemlich machen, was ich will – natürlich erst nach der erforderlichen Authenifizierung, denn wie Euch nicht entgangen ist, steht da https:// gnarf. und wenn ihr das mit meinen Namen versuchtet, stünde da das hier:

{
   "error": {
      "message": "Error validating access token: The session is invalid because the user logged out.",
      "type": "OAuthException"
   }
}

Toll, nicht? Echte Privatheit auf Facebook.

Was habt Ihr davon?

Naja, abgesehen davon, dass ihr jetzt Euren Blog pimpen und für jede offene Fanpage (Lieblingsband, Eure Uni, Heimatstadt, Fortuna Düsseldorf..) einen Graph integrieren könnt, sind solche APIs auch extrem nützlich, wenn es darum geht, knapp 400 Hochschulbibliotheken Zugriff auf unsere indizierten, kategorisierten und metadatenversehenen Datenbestände, sprich eBooks zu geben. Der OPAC der Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt nutzt die neue API bereits und das sieht so aus:

http://opac.ku-eichstaett.de/query/10/BV022862000 oder wie hier in einer Trefferliste: http://opac.ku-eichstaett.de/query/410/no+starch

Buch vergriffen, weil wieder irgendein Streber drei von fünf ausgeliehen und zwei versteckt hat um auch wirklich die einzige 1 in der Matrikel zu bekommen? Bei uns umsonst lesen, bei Bedarf gegen geringes Geld runterladen/bearbeiten/ausdrucken.

Buch in einer Zweigstelle am anderen Ende der Stadt? Bei uns umsonst lesen, bei Bedarf gegen geringes Geld runterladen/bearbeiten/ausdrucken.

Buch auch nach zweistündiger Suche auf allen Vieren nicht am verzeichneten Ort und auch nirgends sonst zu finden? Well, ihr ahnt es: Bei uns umsonst lesen…

In den kommenden Tagen und Wochen werden Bibliotheken in Berlin, Mannheim und Heidelberg sowie der Verbundkatalog GBV unsere API integrieren und im Laufe des Jahres schaffen wir hoffentlich die ersten 500 Fakultäten..

Was haben unsere Verlage, die Bibliotheken und schließlich wir als PaperC davon?

Für unsere Verlage bedeutet jeder Leser mehr Einblick in Ihren Content – wie lange wird welches Buch gelesen, welche Autoren sind die wichtigsten, welche Themen ziehen am besten? Es sind das Tracking-Werkzeuge, die sonst nur über mühsame Marktforschungspenals gewonnen werden können, teuer und zeitaufwendig sind – und am Ende nicht mal eben “so nebenbei” laufen können, sondern alle Beteiligten viel Zeit kosten.

Für Bibliotheken bedeutet es, dass sie ihre knappen Ressourcen schonender einsetzen können, da sie so nicht von den wenigen sehr relevanten Titeln 100 Exemplare per Lizenz erstehen müssen, sondern vielleicht nur 10. Das kommt der Vielfalt des Bestandes zu Gute und sorgt vor Allem dafür, dass eher mal eine neue Auflage angeschafft werden kann.

Für PaperC bedeutet es, dass wir mit unserem Angebot einen tatsächlichen Bedarf befriedigen – mehr können wir uns von der Arbeit hier nicht wünschen. Naja, das und ein gesichertes auskommen für das Team.

*würde die Website sagen, wenn sie sprechen könnte

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