KW3/2012 im www – was war schön und was bleibt (leider) haften?

Da meine Kollegen aufgrund der letzten beiden, zugegebenermaßen sehr softskilligen Wochenrückblicke dazu übergegangen sind, mich für eine verweichlichte Prinzessin im blassrose Tüllkleid zu halten, verzichten wir heute auf eine schöne Hintergrundmusik, anheimelnde Videos zur Rettung des stationären Buchhandels und schmusige Berichte über bibliophile Charityaktionen.
Mein Ruf ist mir heilig.

Etwas fürs Herz:

Wenn Euch mal so langweilig ist, dass obiges stehen zu bleiben droht, dann schaut Euch die Diskussion unter diesem Artikel im Börsenblatt an, den Artikel schenkt man sich besser. Ich zumindest hab mich so über den Printfilz aufgeregt, dass ich sogar meinen Freund René Kohl angepflaumt habe! Ums kurz zu machen: einen eBook-Download-Code ins Printbuch zu drucken, das eBook aber unter keinen Umständen einzeln zu verkaufen, wird hier als neues Geschäftsmodell gefeiert und soll den Weg aus der Misere bereiten. Klar. Danke. Echt.

Etwas für den Kopf:

Wir leiden alle unter Information Overflow, der krankhaften, durch den inkompetenen Umgang mit Medienkanälen herbeigeführten Reizüberflutung ohne wirklichen Wissenszuwachs.  Deshalb hat sich Jimmy Wales enstchieden, uns mal eine Pause zu gönnen und kurzerhand die Wikipedia abgeschaltet. Manche munkeln, dabe wäre es um die Wahrung der Meinungsfreiheit und den Kampf gegen U.S. amerikanische Gesetzesvorlagen bezüglich der Verwendung von Texten im Internet gegangen, aber das glaube ich nicht. Danke, Jimmy,

Was für Körper, Geist, Kopf und Seele

Wir haben ein Maskottchen, unser neues Logo, unseren neuen Leitspruch und ein Mantra gefunden – alles in einem Bild. Danke, unbekannter Künstler und: bitte melde Dich! Wir haben Brownies für Dich. Brownies und eine Suchfunktion, die sich gewaschen hat.

Etwas für später:

Wo Dienstleister teilweise erst nach Monaten der zähesten Verhandlungen Ergebnisse minderwertigster Qualität erzielen, geht Apple hin und sagt: “Hej, Autor*, Du brauchst gar keinen Verlag, keinen Dienstleister, keine Community und auch kein Self-Publishing-Tool, denn wir haben das alles für Dich vorbereitet. Und weil jetzt sämtliche Bestseller bei uns und exklusiv für den iStore erscheinen, teilen wir uns bis in alle Ewigkeit den Weltmarkt mit Amazon, aber das sagen wir nur ganz leise.”
Über die Frage der Weltherrschaft haben sich dann auch prompt die schlauen Köpfe bei readwriteweb, in diesem Fall speziell John Paul Titlow seinen Kopf zerbrochen und kommen zu dem Schluss: So schlimm ist das alles gar nicht. Das iPad ist nämlich viel zu teuer für Studenten und deshalb gibts gar keinen wirklichen Markt. Aha. Seh ich anders, aber naja.

Schönes Wochenende.

*indem wir das Wort “Autor” benutzen, geben wir Dir das Gefühl, Dich als Künstler, Schöpfer und Urheber ernst zu nehmen. Schlau, nicht?

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