Nur wer seine Mitarbeiter schätzt, fliegt hoch


Joel Kaczmarek ist der Chefredakteur von Gruenderszene.de, einem Magazin, das sich dem Thema Entrepreneurship und der bunten Welt der Internet-StartUps widmet und damit sowohl Gründer als auch Gründungsinteressierte anspricht. Im April 2011 ernannte Gruenderszene.de PaperC zu einem von 33 Unternehmen, auf die Deutschland stolz sein kann. PaperC spricht mit Joel Kaczamarek über Erfolgskriterien, gutes Arbeitsklima und seine persönlichen Favoriten in der Branche.

Ihr bei Gründerszene kennt euch gut aus in der vielfältigen Start-upWelt. Wo, denkt ihr, gibt es noch eine grundsätzliche Lücke, die Start Ups füllen könnten?

Wenn mit “Lücke” das Finden von Geschäftsideen gemeint ist, kann das fast in eine philosophische Debatte münden. Im Prinzip wurde ja beinahe alles schon einmal angedacht und gerade in Deutschland wird deshalb ja auch viel darüber diskutiert, warum Deutsche so oft “Copycats” entwickeln, also Unternehmen deren Grundidee direkt nachgemacht ist. Tendenziell dürften sich im mobilen Bereich noch viele neue Ideen entwickeln lassen und auch viele Themen, die mit Content-Erstellung und -Distribution zu tun haben, könnten noch Einiges bieten.

Welche Kriterien muss ein StartUp erfüllen, um Erfolg zu haben? Gibt es Erfolgsgaranten?

Hm, es gibt sicherlich zahlreiche Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Ein gut funktionierendes Team, das sich in seinen Fähigkeiten und Eigenarten ergänzt, nachhaltige Entwicklungen (besonders bei technischen Fragen), verantwortungsvolles Wirtschaften, nutzerorientierte Produktentwicklung, gut durchdachte Unternehmensprozesse, usw. Es ist sicherlich eine recht umfangreiche Klaviatur, die ein Gründer beherrschen sollte und doch können manchmal wichtige Basics wie ein funktionierendes Geschäftsmodell und ein harmonisches Team den wesentlichsten Ausschlag geben.

Mal persönlich gesprochen: welche Aspekte eines StartUps empfindet ihr als besonders sympathisch und originell? Wie muss ein Startup aussehen, das euch beeindruckt?

Also ich persönlich lege großen Wert auf den Raum, in dem man tätig ist. Jeder von uns hält sich mit die meiste Zeit am Arbeitsplatz auf, da ist es mit am beeindruckendsten, wenn schon die Räumlichkeiten eine gute Stimmung ausdrücken. Das finde ich stets einen sehr wichtigen Faktor und dann halt, dass die Stimmung gut ist und jeder Lust hat, mit anzupacken. Es gibt einfach eine positive Energie in einem Unternehmen, die man dann spürt.

Naja und thematisch ist es halt umso beeindruckender, wenn ein Unternehmen eine Idee gänzlich alleine entwickelt hat und es vermag, diese mit geringer bis keiner externen Hilfe umzusetzen.

Welches StartUp – ohne jetzt persönlich zu werden – hat euch enttäuscht? Wo hättet ihr euch mehr erwartet?

Ich würde ungern spezifische Unternehmen runterputzen, aber generell kann ich sagen, dass jene Unternehmen enttäuschend sind, die ihre wertvollste Komponente – die Mitarbeiter – nicht schätzen. So etwas kann sich in schlechten Gehältern, diktatorischer Mitarbeiterführung, negativer Stimmung oder größeren Entlassungen bemerkbar machen. Es ist sicherlich auch unschön, wenn Unternehmen direkt kopiert werden, ohne das eine eigene Note oder Leistung beigemischt wird.

Warum habt Ihr PaperC als eines von 33 Unternehmen, auf die Deutschland stolz sein kann, ausgewählt?

Weil wir es lobenswert fanden, dass PaperC seine Idee komplett selbst entwickelt hat, damit einen wichtigen Need für eine klar umrissene Zielgruppe erfüllt und dies nun auch international ausrollt. Vor allem habt ihr euer Geschäft sehr bodenständig hochgezogen und nicht so “industriell” (Team rekrutieren, Funding einholen, Marketingmaßnahmen hoch fahren etc.) agiert, wie man es in der Internetszene leider schon fast als Standard wahrnimmt. Uns war es wichtig, nicht nur große, sehr erfolgreiche Gründungen zu honorieren, die mit Millionen-Fundings durch Inkubatoren oder ähnliches durch teures Online-Marketing nach vorne gepeitscht wurden, sondern eben auch den unternehmerischen Gedanken zu porträtieren, bei dem junge Menschen mit einer Idee an den Start gehen, die sie Stück für Stück zu einem Unternehmen formen.

Ich danke dir für das Gespräch Joel!

Das Interview führt Marie Ketzscher für PaperC.

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